Füreinander Miteinander
Die Nachbarschaftshilfe Uffing mit Jochen und Brigitte
Es sind diese Geschichten, die zeigen, wie viel Kraft im Ehrenamt steckt. In unserer Radio-Oberland-Serie „Ehrensache – engagiert im Oberland“ stellen wir Menschen vor, die ihre Freizeit investieren – nicht für Geld, sondern für andere. Menschen, ohne die vieles nicht funktionieren würde. Oder, wie es im Gespräch treffend heißt: „Ohne ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, egal in welchem Bereich, ging bei uns in Deutschland und natürlich auch im Oberland bedeutend weniger, manch einer sagt sogar eigentlich gar nichts.“ Heute geht es um ein Engagement, das leise wirkt und doch Großes bewirkt: die Nachbarschaftshilfe Uffing, getragen von vielen Helferinnen und Helfern – und koordiniert von Menschen wie Jochen Schmidl und Brigitte Beger.
Mehr als Hilfe: Ein gelebtes „Füreinander, Miteinander“
Die Nachbarschaftshilfe Uffing ist eingebettet in ein größeres Ganzes. Brigitte bringt es auf den Punkt: „Ja, also besser formuliert ist, füreinander miteinander und da ist auch die Nachbarschaftshilfe integriert. Es gibt auch noch andere Aktivitäten außer der Nachbarschaftshilfe.“ Seit 2011 gibt es dieses Angebot im Ort. Entstanden ist ein Netzwerk, das Hilfe organisiert, Begegnungen schafft und Gemeinschaft stärkt: gemeinsames Mittagessen, Konversationstreffen (auch in verschiedenen Sprachen), ein öffentlicher Bücherschrank – und eben die klassische Nachbarschaftshilfe.
Kleine Hilfen, große Wirkung
Aber was bedeutet Nachbarschaftshilfe ganz konkret? Jochen erklärt es einfach und verständlich: „Nachbarschaftshilfe bedeutet das, was ja das Wort schon sagt. Nachbarn helfen sich gegenseitig, ehrenamtlich, unentgeltlich.“ Das Angebot ist breit gefächert: Fahrdienste (z.B. zu Arztterminen), kleine handwerkliche Tätigkeiten, Hilfe beim Einkauf, Tierbetreuung oder Unterstützung bei Behördenangelegenheiten. Der Renner sind die Fahrdienste, erzählt Jochen Schmidl: „Bei uns sind die Fahrdienste sehr gefragt. Trotz „Blaue Land Bus“ usw. haben wir am meisten fast die Fahrdienste.“ Oft sind es genau diese scheinbaren Kleinigkeiten, die den Alltag leichter machen.
Koordinieren mit Herz und Struktur
Damit Hilfe dort ankommt, wo sie gebraucht wird, braucht es Organisation. Einmal pro Woche ist das Büro in Uffing besetzt, Anfragen kommen telefonisch, per Mail oder persönlich. Jochen beschreibt den Ablauf so:
„Jemand meldet sich und bräuchte Hilfe. Und dann schauen wir in unsere Datenbank, welche Helfer oder Helferinnen z.B. Fahrdienste anbieten, oder eben das, was angefragt ist. Als nächstes checken wir, ob der Helfer oder die Helferin vielleicht gleich in der Nachbarschaft ist.“ – kurze Wege wären immer optimal. Manchmal müssen die Nachbarschaftshelfer aber auch mehrere Versuche starten, bis ein Hilfesuchender seinen passenden Helfer findet. Die Idee dahinter ist einfach, aber wirkungsvoll: Menschen zusammenbringen, die Hilfe brauchen – und Menschen, die helfen möchten.
Wie alles begann – und warum Brigitte dabei blieb
Brigitte war von Anfang an dabei. Sie erzählt von den Anfängen:
„Ich habe jetzt nach insgesamt 14 Jahren aufgehört, war aber bei der Gründung dabei.“ Was das Projekt besonders macht: Es ist kein Verein, sondern eng an die Gemeinde Uffing angebunden. Ohne große Hürden, ohne Vereinsmeierei – dafür mit viel Rückhalt. Diese Struktur macht vieles einfacher – und menschlicher.