20. April
Alpenglühen
Alpenglühen entsteht, wenn die untergehende oder aufsteigende Sonne die Bergflanken in einem flachen Winkel trifft. Das rötlich-warme Licht färbt die Gipfel dabei für wenige Minuten in kräftigem Orange bis Tiefrot. Besonders eindrucksvoll wirkt dieses Schauspiel an den Felsmassiven der Bayerischen und Nördlichen Kalkalpen – vom Karwendel über das Wettersteingebirge bis hinunter zu Wendelstein, Jägerkamp oder Brecherspitz.
Zu sehen ist es nur bei klarer, trockener Luft und freiem Horizont, meist kurz vor Sonnenuntergang oder direkt danach. Die Dauer ist verblüffend kurz; oft hält das Leuchten nur 5 bis 15 Minuten, ehe die Farbe wieder verblasst. Gerade im Frühjahr und Herbst sind die Bedingungen dafür im Oberland besonders günstig – ein stiller Moment, in dem die Berge für einen Augenblick zu brennen scheinen.