Der große Prozess von Murnau
Der große Prozess von Murnau
Der große Prozess von Murnau
Die Hexenprozesse im Werdenfelser Land hatten ihren Höhepunkt zwischen 1589 und 1596. Murnau, ein aufstrebender Markt am Rand des Staffelsees, wurde in diese Welle hineingezogen. Hier fanden mehrere Verhöre und Gerichtsverhandlungen statt, bei denen Frauen und Männer unter Folter zu Geständnissen gezwungen wurden. Der „große Prozess von Murnau“ steht exemplarisch für die Dynamik solcher Verfahren: Aus einem einzelnen Verdacht – oft ausgelöst durch Missernten oder Krankheit – entwickelte sich eine Kette von Anschuldigungen, die ganze Nachbarschaften erfasste. In den Protokollen ist dokumentiert, dass selbst Kleinigkeiten wie ein Streit mit Nachbarn oder ein „sonderbares Verhalten“ ausreichten, um in Verdacht zu geraten. Am Ende dieser Prozesse standen Todesurteile, die auf dem Scheiterhaufen vollstreckt wurden. Murnau reiht sich damit ein in die Reihe jener Orte im Oberland, in denen Angst, Aberglaube und Machtmissbrauch über Menschlichkeit triumphierten.