Die Bettlerin von Mittenwald

Auch Mittenwald war ein Schauplatz der Hexenprozesse, wenn auch in kleinerem Ausmaß als Garmisch. Doch auch hier traf es Menschen, die besonders verletzlich waren – wie eine namenlose Bettlerin, die in den Quellen als Opfertypus überliefert ist. Umherziehend, mittellos und ohne festen Platz in der Dorfgemeinschaft, stand sie unter ständiger Beobachtung und Argwohn. Als Kinder erkrankten und Vieh verendete, suchte man nach Erklärungen – und fand sie in ihr. Man warf ihr den „bösen Blick“ vor, ein weit verbreiteter Aberglaube, nach dem allein schon die Anwesenheit einer Person Schaden bringen konnte. Sie wurde verhaftet, verhört und schließlich hingerichtet. Ihr Fall zeigt, dass nicht nur heilkundige Frauen oder auffällige Persönlichkeiten in Gefahr waren, sondern auch die Schwächsten der Gesellschaft: Arme, Fremde und Bettlerinnen, die keinen Rückhalt hatten.

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