Die ledige Mutter aus Garmisch

Garmisch war im späten 16. Jahrhundert besonders stark von den Hexenprozessen betroffen. Allein aus diesem Ort stammen zahlreiche der insgesamt 51 dokumentierten Opfer. Exemplarisch dafür steht die Geschichte einer ledigen Mutter aus Garmisch. Ohne Ehemann und familiären Schutz galt sie als Außenseiterin in der Gemeinschaft – eine Rolle, die gefährlich war in Zeiten, in denen man nach Sündenböcken suchte. Als nach einer Reihe von Missernten und Krankheiten die Stimmung im Ort kippte, geriet sie in den Verdacht, das Unheil mit Zauberei heraufbeschworen zu haben. Unter Folter gestand sie Dinge, die man ihr zuvor in den Mund gelegt hatte – Teufelspakte, Schadenszauber, Wetterhexerei. Das Urteil war tödlich: Sie wurde hingerichtet, vermutlich auf dem Scheiterhaufen. Ihr Schicksal verdeutlicht, wie sehr soziale Schwäche und ein Leben außerhalb der Norm das Risiko erhöhten, Opfer der Hexenhysterie zu werden.

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