Füreinander Miteinander
Ehrensache - Folge 5
Füreinander Miteinander
Die Nachbarschaftshilfe Uffing mit Jochen und Brigitte
Die Nachbarschaftshilfe Uffing ist eingebettet in ein größeres Ganzes. Brigitte bringt es auf den Punkt: „Ja, also besser formuliert ist, füreinander miteinander und da ist auch die Nachbarschaftshilfe integriert. Es gibt auch noch andere Aktivitäten außer der Nachbarschaftshilfe.“ Seit 2011 gibt es dieses Angebot im Ort. Entstanden ist ein Netzwerk, das Hilfe organisiert, Begegnungen schafft und Gemeinschaft stärkt: gemeinsames Mittagessen, Konversationstreffen (auch in verschiedenen Sprachen), ein öffentlicher Bücherschrank – und eben die klassische Nachbarschaftshilfe.
Kleine Hilfen, große Wirkung
Aber was bedeutet Nachbarschaftshilfe ganz konkret? Jochen erklärt es einfach und verständlich: „Nachbarschaftshilfe bedeutet das, was ja das Wort schon sagt. Nachbarn helfen sich gegenseitig, ehrenamtlich, unentgeltlich.“ Das Angebot ist breit gefächert: Fahrdienste (z.B. zu Arztterminen), kleine handwerkliche Tätigkeiten, Hilfe beim Einkauf, Tierbetreuung oder Unterstützung bei Behördenangelegenheiten. Der Renner sind die Fahrdienste, erzählt Jochen Schmidl: „Bei uns sind die Fahrdienste sehr gefragt. Trotz „Blaue Land Bus“ usw. haben wir am meisten fast die Fahrdienste.“ Oft sind es genau diese scheinbaren Kleinigkeiten, die den Alltag leichter machen.
Informationen
Was ist „Füreinander Miteinander“?
Eine ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe für Uffing und Schöffau, die organisatorisch an die Gemeinde angebunden ist.
Wie wird geholfen?
Unter anderem durch Fahrdienste, Einkaufshilfen und zeitlich begrenzte Unterstützung im Alltag.
Wie funktioniert die Vermittlung?
Hilfsanfragen werden vertraulich aufgenommen und an geeignete Helferinnen und Helfer aus der Umgebung weitergegeben.
Wer kann das Angebot nutzen?
Menschen jeden Alters aus dem Gemeindegebiet können Hilfe anbieten oder in Anspruch nehmen.
Das Besondere
Aus praktischer Unterstützung entstehen häufig persönliche Gespräche, Vertrauen und neue Kontakte in der Nachbarschaft.
Koordinieren mit Herz und Struktur
Damit Hilfe dort ankommt, wo sie gebraucht wird, braucht es Organisation. Einmal pro Woche ist das Büro in Uffing besetzt, Anfragen kommen telefonisch, per Mail oder persönlich. Jochen beschreibt den Ablauf so:
„Jemand meldet sich und bräuchte Hilfe. Und dann schauen wir in unsere Datenbank, welche Helfer oder Helferinnen z.B. Fahrdienste anbieten, oder eben das, was angefragt ist. Als nächstes checken wir, ob der Helfer oder die Helferin vielleicht gleich in der Nachbarschaft ist.“ – kurze Wege wären immer optimal. Manchmal müssen die Nachbarschaftshelfer aber auch mehrere Versuche starten, bis ein Hilfesuchender seinen passenden Helfer findet. Die Idee dahinter ist einfach, aber wirkungsvoll: Menschen zusammenbringen, die Hilfe brauchen – und Menschen, die helfen möchten.
Nähe, die ankommt
Gerade für ältere Menschen bedeutet die Nachbarschaftshilfe oft mehr als „nur“ praktische Unterstützung. Jochen beschreibt das so: „Wenn wir die Menschen zum Arzt fahren oder zum Einkaufen, bedeutet das keinen großen Aufwand. Hinterher werden wir oft gefragt, ob wir noch schnell den Müll rausbringen könnten und dann sind plötzlich wieder drei, vier wichtige Sachen erledigt und die Menschen glücklich. Und das ist einfach eine schöne Sache.“ Es geht um Würde, um Selbstständigkeit – und darum, sich nicht allein zu fühlen.
Ohne Scham Hilfe annehmen
Ein wichtiger Punkt ist der respektvolle Umgang mit Hilfesuchenden. Jochen macht deutlich: „Jeder kann und darf sich bei uns melden, ohne Scheu und Scham! Deswegen gibt es unser Angebot ja.“ Vertrauen spielt dabei eine große Rolle. Brigitte ergänzt: „Wir haben auch Schweigepflicht.“ – es wird also geholfen, nicht getratscht. Ein Versprechen, das Sicherheit gibt.
Wünsche für die Zukunft
Was wünschen sich Jochen und Brigitte für die kommenden Jahre? Jochen sagt offen: „Ich kann natürlich nur für mich sprechen, aber ich würde mir wünschen, dass es noch mehr angenommen wird, unser Angebot.“ Und auch neue Helferinnen und Helfer sind jederzeit willkommen. Denn:
„Also, jedes Alter können wir brauchen als Helfer und natürlich darf auch jedes Alter um Nachbarschaftshilfe bitten.“ – Jochen, Brigitte und ihre aktuell rund 50 Nachbarschaftshelferinnen und -helfer versuchen möglich zu machen, was möglich ist. Bilder aufhängen, vielleicht Schnee schippen, die angesprochenen Fahrdienste und Einkaufshilfen. Es gab auch schon eine Schülerin, die auf ihrem Nachhauseweg einer erkrankten Dame Mittagessen mitgebracht hat. So einfach, so hilfreich.
Ein Ehrenamt, das leise wirkt – und viel bewegt
Die Nachbarschaftshilfe Uffing zeigt, wie viel möglich ist, wenn Menschen füreinander da sind. Ohne großes Aufsehen, aber mit viel Herz. Jochen und Brigitte stehen stellvertretend für rund 50 ehrenamtliche Nachbarschaftshelfer im Ort – und für eine Haltung, die unsere Gesellschaft dringend braucht.
Oder anders gesagt: Ehrensache. Ein Engagement, das Respekt verdient – und vielleicht auch Lust macht, selbst einmal die Hand zu reichen.