Musik im Oberland
Zum Thema Im Portrait Thomas Kopf
Zum Thema Im Portrait Thomas Kopf
Das Bayerische Oberland ist nicht nur geprägt von Bergen, Seen und Traditionen, sondern auch von einer einzigartigen musikalischen Kultur. Seit Jahrhunderten begleitet Musik das Leben der Menschen in dieser Region – von der Feldarbeit über das kirchliche Fest bis hin zum geselligen Beisammensein in Wirtshäusern. Musik war immer Ausdruck von Gemeinschaft, Identität und Lebensfreude.
Die Oberländer Volksmusik ist eng verwoben mit der Natur und dem Alltag der Menschen. Die Klänge von Zither, Hackbrett, Harfe und Blasinstrumenten spiegeln bis heute die alpine Landschaft wider. Besonders die Stubnmusik – kleine Gruppen, die in Stuben oder Wirtschaften aufspielen – ist typisch für die Region. Auch das Jodeln, das im Oberland eine lange Tradition hat, war ursprünglich eine Form der Verständigung über weite Distanzen in den Bergen.
Musik der Knappen und Bergleute
Mit dem Aufstieg des Bergbaus gewann die Musik im Oberland eine neue Bedeutung. Bergknappen gründeten eigene Knappschaftskapellen, die bis heute bei Festen und Umzügen in ihren schwarzen Uniformen auftreten. Ihre Musik verband Stolz auf die harte Arbeit unter Tage mit dem Bedürfnis nach Gemeinschaft und Repräsentation. Viele dieser Kapellen bestehen noch immer und sind zu wichtigen Kulturträgern der Region geworden.
Kirchenmusik und geistliche Traditionen
Die starke Prägung durch den katholischen Glauben spiegelt sich in der reichen Kirchenmusik wider. Chöre, Orgelspiel und geistliche Kompositionen begleiteten über Jahrhunderte Prozessionen, Hochfeste und Wallfahrten. In Klöstern wie Ettal oder Benediktbeuern entstanden musikalische Werke, die weit über die Region hinaus bekannt wurden.
Moderne Entwicklungen
Heute ist die Musik im Oberland ein vielfältiges Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne. Längst prägen nicht mehr nur Blasmusik und klassische Volksmusik das musikalische Bild der Region. Neben traditionsreichen Blaskapellen haben sich Jazzensembles, Rock- und Popbands, Singer-Songwriter, elektronische Projekte und sogar experimentelle Musikgruppen etabliert. Auch Chöre, klassische Orchester und moderne Brass-Formationen bereichern die Szene.
Festivals wie das „Alpenländische Musikantentreffen“ schlagen eine Brücke zwischen alt und neu, indem sie traditionelle Klänge mit innovativen Arrangements verbinden. Junge Musikerinnen und Musiker greifen die Volksmusik ihrer Heimat auf, mischen sie mit modernen Stilrichtungen und schaffen so frische, zeitgemäße Ausdrucksformen. Diese Vielfalt zeigt: Tradition im Oberland ist lebendig – und entwickelt sich stetig weiter.
Ein Überblick
Traditionelle Instrumente: Zither, Hackbrett, Harfe, Blasinstrumente, Orgel
Besondere Formen: Jodeln, Stubnmusik, Blasmusik
Kirchenmusik: prägend durch Klöster wie Ettal & Benediktbeuern
Heute: Mischung aus Volksmusik, Blasmusik, Klassik, Jazz, Rock
Mediathek
Florian Rein – Musikproduzent und Musiker aus Bad Tölz
Florian Rein ist ein kreativer Motor der oberbayerischen Musikszene. Er ist Schlagzeuger bei der Tölzer Kultband Bananafishbones und Bandleader seiner eigenen international erfolgreichen Formation The Heimatdamisch. Als Musikproduzent arbeitet er in seinem Bergbeatstudio in Bad Tölz mit namhaften Künstlern wie Chris Boettcher, Martina Schwarzmann, Monika Gruber oder Mezzoforte genauso wie mit Newcomern und begleitet sie auf ihrem Weg von der ersten Idee bis zum fertigen Sound – mit einem Gespür für Atmosphäre, klare Arrangements und ehrliche, handgemachte Musik. Der Kulturpreisträger der Stadt Bad Tölz ist zudem als Kulturveranstalter tätig und kümmert sich als Dozent um den musikalischen Nachwuchs in der Region. Rein verbindet seine Wurzeln in Bad Tölz mit einem offenen Blick für neue musikalische Entwicklungen.
Kathi Meyer – treibende Kraft der Desperate Brasswives
Kathi Meyer ist die Bandleaderin der Desperate Brasswives, eine energiegeladene Brasspop-Formation mit Frauen aus ganz Bayern und Österreich. Mit ihrer musikalischen Vielseitigkeit, ihrem starken Bühnencharisma und ihrer verlässlichen organisatorischen Power zählt sie zu den treibenden Kräften der Band. Die Brasswives katapultieren mit ihrer mitreißenden Partymusik jedes Event in eine neue Dimension – und Kathi, die in Miesbach wohnt, trägt entscheidend dazu bei, diesen besonderen Sound auf die Bühne zu bringen.
Jan Eschke – Pianist der deutschen Jazzszene
Jan Eschke, geboren am 30.7.1976 in Aachen, ist ein vielbeschäftigter Pianist der deutschen Jazzszene.
Er spielt und tourt regelmäßig mit Charly Antolini’s Jazz Power, Joseph Bowie`s ,Defunkt´, Willy Ketzer Trio, Hugo Strasser Ochester, Max Grosch Quartett, Martin Auer Quintett, Nina Michelle Band, Eddy Miller Band, Paseo, Brahms Meets Jazz, Lisa Wahlandt Band, Ray Brown jr., Johannes Faber Quartett u.a.
musikalische Zusammenarbeit mit international renommierten Musikern aus allen Sparten,
so z.B. mit:
Martin Grubingers Percussive Planet Ensemble (9 Jahre festes Mitglied), Inge Brandenburg, Georg Ringsgwandl, Johannes Enders, Thomas Hampson, Willy Ketzer, Virgil Donati, Harold Faltermeyer, Jörg Hube, Peter Fessler, Ack van Rooyen, Max Mutzke, Rebekka Bakken, Karl Ratzer, Rhani Krija, Thomas Lang u.v. m
Jan Eschke lebt heute mit seiner Familie in Huglfing und unterrichtet an der Neuen Jazzschool München (https://www.jazzschool.de/).
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Lieder im Kopf
Musik ist ein universelles Medium, das die Grenzen zwischen Sprache und Kultur negiert. Musik verbindet Menschen jeden Alters. Für Thomas Kopf waren schon als Bub eine Spielzeug-Gitarre samt Mini-Mikrofon die Welt. Musik zu machen, sei immer sein Kindheitstraum gewesen, erzählt er. Ein Traum, den der 47 Jahre alte Penzberger sich erfüllte.
Mit etwa zwölf Jahren bekam der gebürtige Oberpfälzer seine erste richtige Gitarre. Mit Freunden gründete er während der Schulzeit die erste Band. Mit 19 begann er, eigene Songs zu schreiben. Noch heute treffen sich die Freunde zu gemeinsamen Auftritten.
Die Geburt seiner Tochter ließ Thomas Kopf neue Wege beschreiten. Kinderlieder zu komponieren – am liebsten mit deren Zielgruppe zusammen -, ist für den Hobbymusiker zur Passion geworden. Seine größte Inspiration ist Tochter Amelie. Das Kindermusik-Projekt „Lieder im Kopf“ war geboren. Thomas Kopf hat ein Album herausgebracht: zwölf Songs für Kids und ihre Eltern.
Sein Instrument ist die Gitarre, seine Stimme kraftvoll markant und doch einfühlsam. Die Ideen für seine Songs kommen oft spontan. Da beißt sich eine Zeile oder ein Reim fest. Daraus wird eine Strophe. Der Text verwebt sich mit einem Rhythmus, mit seiner Gitarre entwickelt er eine Melodie – so entstehen die Kompositionen. Mit Kindern zu arbeiten, ist für den 47-Jährigen, Beamter beim Landeskriminalamt München (Cybercrime), Inspiration schlechthin. Ihre Fantasie und Spontanität würden einfach beflügeln, so Kopf.
Das Album „Lieder im Kopf“ erschien 2024. Songs wie „Morgenkreis“ oder „Monster“ laden zum Mitsingen, Mitklatschen und Mitmachen ein und helfen den Kindern dabei, sich mit der Musik und den Geschichten darin zu identifizieren. Davon sollten mehr Mädchen und Buben profitieren, fand der Singer-Songwriter und bot Workshops für dritte Klassen an. Darin leitete er Kinder an, ihren Gefühlen musikalisch Ausdruck zu verleihen.
Auf Kinderlieder allein reduziert zu werden, möchte Kopf nicht. Der Penzberger engagiert sich politisch, tritt sogar bei der Kommunalwahl 2026 als Bürgermeisterkandidat an. Mit seiner Kunst setzt er sich für Toleranz ein. Bei der Kundgebung „Penzberg bleibt bunt“ vor der Bundestagswahl im Februar 2025 hatte er mit seinem Song „Bunt“, der sich gegen Rassismus positioniert, viel positives Feedback erhalten.
Seine Songs sind auf Youtube und Spotify zu finden.
Text von Alexandra Vecchiato