Oskar Maria Graf
Münchner Aufruhr in Lederhosn
Am 22. August 1958 las Oskar Maria Graf im Cuvilliés Theater in München. Eingeladen war er zur 800 Jahr Feier der Stadt.
Graf lebte damals seit Jahrzehnten im Exil in New York. Von den Nationalsozialisten verfolgt und ausgebürgert, war er nach 1945 nur selten nach Bayern zurückgekehrt. Der Empfang in München verlief kühl. Am Flughafen Riem war niemand von offizieller Seite erschienen, ein Hotel war offenbar nicht organisiert.
Graf reagierte auf seine Weise. Er kündigte an, bei der Lesung in kurzer Lederhose aufzutreten. Daraus entstand ein öffentlicher Streit, der weit über die Kleiderfrage hinausging. Es ging um Exil, Heimkehr, politische Haltung und den Umgang Münchens mit seiner jüngeren Vergangenheit.
Am Ende saß Graf tatsächlich in Tracht auf der Bühne. Viele Plätze blieben leer, Teile des offiziellen München blieben fern.
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