Bergbau in Berggeist Murnau
Bergbau in Berggeist Murnau
Bergbau in Berggeist Murnau
Bergbau in Berggeist Murnau
Das Kohlevorkommen bei Berggeist wird erstmals 1796 bei Adrian von Riedl in seinem „Reiseatlas von Baiern“ erwähnt, der große Geologe Wilhelm von Gümbel spricht 1861 von „den vorzüglich guten Kohlen in Echelsbach und bei Murnau“ und 1867 reicht der Murnauer Schmiedemeister Josef Niggl beim Bergamt das Bittgesuch ein, diese „Steinkohlen“ abbauen zu dürfen. Die neue Grube soll „Gottesgnade“ heißen. Bald schon kommt der Bergbau in Schwung, auch wenn die Betreiber mehrfach wechseln. Die Stollen der Grube erreichen in vier Abbauebenen zusammengenommen die beachtliche Länge von rund 4500 Metern! Verbunden sind diese Stollen mit einem rund 100 m tiefen Schacht, über den die Förderung der Kohle erfolgt. Und trotzdem wird dieser Bergbau bereits 1881 wieder eingestellt. Seine Spuren sind heute im Gelände kaum mehr zu erkennen …
Fakten zur Grube
Der Kohleabbau erfolgte in den Jahren 1868 bis 1881.
Es wird berichtet, dass die Grubenstollen in vier Abbauebenen insgesamt eine Länge von etwa 4.500 Meternhatten und ein Schacht etwa 100 m tief war.
Der Standort liegt im geologischen Umfeld eines kleinen Kohleflözes in der Molasse-Region bei Murnau. Laut der Geotop-Liste im Landkreis: „Etwa 100 m weiter nördlich baute von 1870 bis 1880 die Grube Gottes Gnade auf mehreren Sohlen die Pechkohle eines jüngeren Flözes …“
Heute ist der Bergbau stillgelegt, und Spuren sind kaum mehr sichtbar.
Bedeutung & Kontext
Der Abbau zeigt, dass im Werdenfelser Land nicht nur die typischen Kalk- und Molasseschichten, sondern auch kleinere Kohlevorkommen wirtschaftlich erschlossen wurden.
Der Name „Gottesgnade“ spiegelt eine in Bergbau und Landwirtschaft häufige Namensgebung („Gnade Gottes“, „Gottes Gnade“) wider, die Dank, Hoffnung oder vielleicht auch Schutz vor Gefahren ausdrückte.
Das Projekt war vergleichsweise kurzlebig (ca. 13 Jahre) und offenbar nicht dauerhaft wirtschaftlich tragfähig, was sich in der Einstellung des Betriebs 1881 zeigt.
Lage & Hinweise für Interessierte
Der Bereich liegt nahe dem Ortsteil Berggeist von Murnau; genaue Mundloch- oder Tagesöffnungsdaten sind heute nicht prominent im Gelände erkennbar.
Wer vor Ort ist: Im Bachbett südöstlich des Haltepunkts „Seeleiten-Berggeist“ ist z. B. im Graben gelegentlich Kohleflöz sichtbar.
Informationen vom Bayerischen Landesamt für Umwelt findet ihr hier