Bergbau in Garmisch-Partenkirchen

Garmisch-Partenkirchen: Spuren des Bergbaus hoch über dem Tal

Dass es im Raum Garmisch-Partenkirchen einst Bergbau gab, ist heute nur wenigen bekannt. Doch hoch oben im Wettersteingebirge, rund um das Höllental, finden sich eindrucksvolle Spuren einer frühen industriellen Vergangenheit. Bereits im 19. Jahrhundert wurden dort Blei- und Zinkerze gewonnen – in Stollen, die sich teils auf über 1.500 Metern Höhe in den Wettersteinkalk bohrten. Ein extrem anspruchsvoller Standort, der den Transport des Erzes ebenso erschwerte wie die Arbeit unter Tage.

Am eindrucksvollsten zeigt sich diese Geschichte im Höllental oberhalb von Hammersbach. Dort entstand um 1827 das Bleibergwerk Höllental, das zeitweise als das höchstgelegene Bergwerk Deutschlands galt. Mehrere Stollen, ein kleiner Tagebau und einfache Knappenhäuser zeugen davon, wie entbehrungsreich der Abbau in der steilen Felslandschaft gewesen sein muss. Während des Ersten Weltkriegs gewann das Bergwerk sogar strategische Bedeutung: Das hier geförderte Molybdän wurde dringend benötigt, sodass der Betrieb intensiviert, unter militärische Aufsicht gestellt und über eine Seilbahn sowie ein kleines Elektrizitätswerk versorgt wurde.

Trotz aller Anstrengungen war der Standort auf Dauer zu unwirtschaftlich. Nach Kriegsende brach der Betrieb ein, 1925 wurden die Knappenhäuser versteigert und der Bergbau aufgegeben. Heute sind die Überreste nur noch für geübte Augen sichtbar: Mauerreste, Fundamentlinien, verwitterte Stolleneingänge. Offizielle Führungen oder ein Besucherbergwerk gibt es nicht – die Spuren des alten Bergbaus liegen wie ein „Lost Place“ am Wegesrand von Höllentalklamm, Höllentalangerhütte und dem Aufstieg Richtung Zugspitze.

Auch wenn im Ortskern selbst kein großes Bergwerk existierte, zeigt die Region rund um Garmisch-Partenkirchen, wie vielfältig und hoch gelegen der historische Erzabbau im Wettersteingebirge einst war – ein Stück industrieller Geschichte, das heute weitgehend im Schatten der Bergwelt liegt.

Bilder

Dokumente

Experten

Quellen

Media