Bergbau in Peiting
Bergbau in Peiting
Bergbau in Peiting
Peiting: Ein Bergwerk, das die Landschaft und die Menschen prägte
Als Anfang der 1920er Jahre in Peiting der Schacht abgeteuft wurde, begann ein neues Kapitel für die Gemeinde. Zwar reichen Hinweise auf Kohleabbau in der Region bis ins 16. Jahrhundert zurück, doch erst ab 1922 entwickelte sich ein wirtschaftlich bedeutender Betrieb. Peiting wurde Teil der großen Peißenberger Mulde, jener südbayerischen Pechkohlenlagerstätte, die das Alpenvorland über Jahrzehnte prägte. Bis zur Stilllegung am 28. Juli 1968 wurden rund 7,6 Millionen Tonnen Kohle gefördert – eine enorme Menge für einen Standort dieser Größe.
Die technische Entwicklung des Bergwerks war rasant. Bereits wenige Jahre nach Beginn des Abbaus wurden mehr als 100.000 Tonnen pro Jahr gefördert. Der Schacht erreichte zunächst rund 235 Meter Teufe, später bis zu 813 Meter. Der Gleisanschluss von Peiting Ost, der ab 1921 in Betrieb war, ermöglichte den effizienten Abtransport der Kohle und verankerte den Ort noch stärker in der regionalen Industrie. Heute erinnert das Geotop „Kohleflöz am Bühlach“ an die geologische Seite dieser Geschichte – ein Aufschluss, der zu den schönsten Geotopen Bayerns zählt.
Der Bergbau veränderte Peiting tiefgreifend. Er brachte Arbeitsplätze, ließ neue Siedlungsbereiche entstehen und beeinflusste das soziale und wirtschaftliche Leben über Jahrzehnte hinweg. Der Schließung im Jahr 1968 folgte eine Zeit der Unsicherheit und des Strukturwandels, die die Gemeinde vor große Herausforderungen stellte.
Doch viele Spuren der Bergbauära sind bis heute sichtbar. Der Bergbauweg Peiting führt entlang ehemaliger Betriebsstätten, Relikte und geologischer Zeugnisse – ein Rundweg, der Technik, Alltagsgeschichte und Natur verbindet. Das Museum Klösterle widmet der Bergwerksgeschichte einen eigenen Bereich, und Gedenkveranstaltungen wie die „50 Jahre Bergwerkschließung“ im Jahr 2018 halten die Erinnerung wach.
Peiting war zwar kleiner als das nahegelegene Bergwerk Peißenberg, doch ist es ein eindrucksvolles Beispiel für den Pechkohlenabbau im Alpenvorland. Das sichtbare Kohleflöz, die historischen Anlagen und die sorgfältige Aufarbeitung der Vergangenheit machen den Ort heute zu einem wichtigen Schauplatz regionaler Bergbaugeschichte – und zu einem Fenster in jene Zeit, in der Kohle das Leben hier bestimmte.