Bergwerk Penzberg
Bergwerk Penzberg
Bergwerk Penzberg
Penzberg: Vom Bergbau zur Stadt
Was heute selbstverständlich wirkt – Straßen, Wohnviertel und Industrieflächen – entstand in Penzberg über Jahrzehnte hinweg auf einem unsichtbaren Fundament. Tief unter der Stadt lagen Bodenschätze verborgen, die den Ort nachhaltig verändern sollten. Der Abbau von Pechkohle machte Penzberg zu einem der wichtigsten Bergbaustandorte im bayerischen Alpenvorland und prägte Landschaft, Arbeitswelt und Gemeinschaft bis weit ins 20. Jahrhundert hinein.
Bereits 1796 begann unter dem Namen Bergwerk Penzberg die Förderung der sogenannten Pechkohle, einer kohleähnlichen Formation, die durch die alpine Gebirgsbildung entstanden war. Im 19. und 20. Jahrhundert wuchs das Bergwerk zu einem der bedeutendsten Kohleförderstandorte der Region heran. Insgesamt wurden bis zur Stilllegung mehr als 25 Millionen Tonnen Kohle aus Tiefen von über 600 Metern gefördert.
Die Kohle war Motor für den rasanten Aufbau des Ortes. Innerhalb weniger Jahrzehnte entstanden Arbeitersiedlungen, Verkehrswege und soziale Einrichtungen. Schächte wie der Nonnenwaldschacht sowie zahlreiche Neben- und Wetterschächte durchzogen den Untergrund und machten den Bergbau zum bestimmenden Faktor des städtischen Lebens. Zeitweise arbeiteten mehrere tausend Menschen unter und über Tage für das Bergwerk.
Die Arbeit unter Tage war technisch anspruchsvoll und körperlich belastend. Mit fortschreitender Mechanisierung wurden die Flöze immer tiefer erschlossen, Förderanlagen modernisiert und neue Strecken vorgetrieben. Dennoch verlor die Kohleförderung im Laufe des 20. Jahrhunderts an wirtschaftlicher Bedeutung. Sinkende Rentabilität und veränderte Energieversorgung führten schließlich zur Stilllegung des Bergwerks im Jahr 1966.
Heute ist der aktive Bergbau in Penzberg Vergangenheit, doch seine Spuren sind weiterhin präsent. Ehemalige Halden wurden zu Grünflächen, Straßennamen erinnern an Schächte und Knappen, und das Bergwerksmuseum bewahrt die Erinnerung an diese prägende Epoche. Penzberg steht damit beispielhaft für den industriellen Bergbau im Alpenvorland – eine Geschichte, die sich über Jahrzehnte hinweg tief unter der Oberfläche der Stadt abspielte.