Salz in Oberbayern: Technik, Politik und Kultur des "weißen Goldes"

Bad Reichenhall: Binnensaline und Repräsentation

Bad Reichenhall gilt als älteste bestehende Binnensaline Europas. Die Alte Saline – nach Stadtbrand (1834) erneuert – ist heute eines der bedeutendsten bayerischen Industriedenkmäler mit Salzmuseum und Besuchsbergwerk.

Industriekultur im Ziegelkleid: Das Hauptbrunnhaus mit bergmännischer Kapelle (Neoromanik) diente gleichermaßen der Förderung (Brunnenstuben, Wasserräder, Pumpen) wie der Repräsentation (im Auftrag von König Ludwig I.).

Berchtesgaden: Nasser Abbau, Sole und Pionierleistung

Im Salzbergwerk Berchtesgaden wird seit 1517 ununterbrochen im nassen Abbau gearbeitet. Um Brennstoffengpässe im Salinenbetrieb zu umgehen, ließ Bayern 1816/17 unter Leitung von Georg von Reichenbach eine 29 Kilometer lange Soleleitung über das Lattengebirge nach Reichenhall errichten – eine Meisterleistung hydromechanischer Ingenieurskunst (u. a. mit Wassersäulenmaschinen). Die Leitung war bis 1927 in Betrieb.

Kulturgeschichte des Salzes: Salinenökonomie, strukturierte Waldwirtschaft (Brennmaterial), Verkehrswege, Herrschafts- und Konfliktlagen (Berchtesgaden–Salzburg) schufen ein dauerhaftes regionales Identitätsnarrativ vom „weißen Gold“.

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