Steinkohle (Pechkohle) im Voralpenland: Penzberg und (Hohen-)Peißenberg
Steinkohle (Pechkohle) im Voralpenland: Penzberg und (Hohen-)Peißenberg
Steinkohle (Pechkohle) im Voralpenland: Penzberg und (Hohen-)Peißenberg
Penzberg – vom frühneuzeitlichen Versuch zum Großbetrieb
Das Bergwerk Penzberg (1796–1966) förderte mehr als 25 Millionen Tonnen Pechkohle; 1951 erreichte die Belegschaft rund 2.000 Beschäftigte. Ein angeschlossenes Bahnkraftwerk (Teilbetrieb ab 1951) nutzte die Kohle energetisch, bevor das Werk – unter Konkurrenzdruck des Erdöls – 1966 geschlossen wurde.
Als das Bergwerk seinen Betrieb einstellte, gründeten die ehemaligen Bergleute ein Museum, um die Erinnerung an ihr Leben unter Tage zu bewahren. Sie stellten dort ihre Werkzeuge, Dokumente und Fotografien aus, damit ihr Erbe nicht in Vergessenheit gerät. Die Stadt Penzberg – deren Entstehung und Wachstum eng mit dem Kohlebergbau verbunden sind, der Arbeiter aus weit entfernten Regionen anzog – trägt das Museum, das neu gestaltet und modernisiert wurde, um es für Besucher attraktiv zu machen.
Peißenberg/Hohenpeißenberg – Innovationen, Spitzenförderung, Strukturwandel
Der systematische staatliche Abbau begann 1837; 1963 verzeichnete Peißenberg mit 3.913 Beschäftigten und 990 000 Tonnen Jahresförderung seine Spitzenwerte. Mechanisierung (Kohlenhobel, Panzerförderer), neue Abbauverfahren (Rammbetrieb) und Kraftwerksanbindung kennzeichnen die 1950er/60er – das Ende kam 1971 aus Rentabilitätsgründen. Heute erinnern Museum, Stollenweg und Knappenverein an die Geschichte.
Sozioökonomie
Kohlebergbau prägte Siedlungsentwicklung, Zuwanderung, Geschlechterrollen (Knappenmilieu), Vereinswesen und Alltagskultur – bis hin zu neuen Industrien nach der Stilllegung (z. B. MAN/Siemens/MTU/Agfa als „Auffangindustrien“).